Verbraucherinformationen

Irreführende Werbung

Vielfach wird mittels Qualitätszeichen für Fleisch und andere tierische Erzeugnisse den Verbrauchern eine tier- oder artgerechte Haltung suggeriert.
Die betreffenden Erzeuger dürfen jedoch, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ihre Tiere genauso schlecht halten, wie es aufgrund der äußerst dürftigen gesetzlichen Schutzbestimmungen zulässig und größtenteils üblich ist. Das heißt unter anderem:
In sogenannten Kastenständen fast bewegungslos eingezwängte Mutterschweine, in drangvoller Enge auf strohlosem Spaltenboden vegetierende Mastschweine und oft dauernd angebundene
Kühe und Mastrinder. Letzteres vor allem in Kleinbetrieben.

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So wirbt beispielsweise EDEKA für die Marke „Gutfleisch“ (Schweinefleisch) mit strengen Qualitätskriterien bezüglich Tierhaltung und spricht von artgerechter Aufzucht der Tiere. In Wirklichkeit müssen die betreffenden Schweinehalter lediglich den gesetzlichen Mindeststandard, der ohnehin für jeden Landwirt gilt, einhalten.

Ebenso wenig steht das Qualitätszeichen Baden-Württemberg für eine tiergerechtere Haltung. Hier sind genauso tierschutzwidrige Haltungsbedingungen erlaubt wie die oben genannten.
Genannt sei auch die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, die landesweit besonders deutlich mit „artgerechter Tierhaltung“ wirbt. Fakt ist aber, dass nach den Produktionsvorschriften der Erzeugergemeinschaft, unter anderem die Dauerhaltung von Muttersauen in den extrem engen Kastenständen nicht verboten ist. Für die betroffenen Tiere besteht keine Möglichkeit sich umzudrehen.
Diese Art von Unterbringung ist eine der schlimmsten Haltungsformen und bedeutet Tierquälerei.

 

Ein weiteres Beispiel ist die Marke „Landliebe“. Laut Werbung sollen diese tierischen Produkte ausschließlich von bäuerlichen Familienbetrieben aus der Region stammen.
In Anbetracht der Tatsache, dass auch in solchen Betrieben meist ebenso artwidrige Haltungsformen praktiziert werden wie in der so genannten Massentierhaltung, bieten die suggestiven Werbeslogans wie „Fleisch aus der Region“, „Produkte von bäuerlichen Betrieben“ und eine ähnlich lautende Werbung überhaupt keine Gewähr für eine bessere Tierhaltung. Das Gleiche gilt auch für andere Erzeugnisse aus hiesiger Region.

Mit den irreführende Werbemethoden werden nicht nur Verbraucher getäuscht, sie erschweren auch die Zunahme tier- und artgerechter Haltungsformen, die höhere Kosten verursachen.
Ebensowenig garantieren die Angebote auf Bauernmärkten und Hofläden eine artgerechte Tierhaltung. Deshalb sollte man sich vor dem Einkauf die Haltungsbedingungen der Tiere vor Ort anschauen.

Es gibt aber zunehmend unter den Direktvermarktern Landwirte, die ihre Tiere besser, bzw. im Sinne des Tierschutzes halten und umweltverträglicher wirtschaften. Auch bestimmte Lebensmittelgeschäfte führen Fleischerzeugnisse von solchen Landwirten.

Nichtvegetarier können eine entsprechende regionale Adressenliste für den Bereich Hochrhein (Kreis Waldshut und Kreis Lörrach) mit näheren Informationen anfordern unter E-Mail: kontakt@protierrechte.de

Vielfach gehen Verbraucher/innen davon aus, dass vor allem in Metzgereien offen angebotenes Frischgeflügel stamme aus artgerechter Tierhaltung. Dies trifft leider nicht zu.

Es wird vielmehr unter den gleichen tierquälerischen Haltungsbedingungen aufgezogen wie in der Regel das tiefgefrorene Geflügel.
Kommt Frischgeflügel im Handel tatsächlich aus Freiland- oder Weidehaltung ist es, nach unseren Informationen, als solches klar etikettiert und zugleich verpackt.
Dennoch kann es passieren, dass man von Seiten des Verkaufs falsche Informationen bezüglich der Haltungsform erhält. So musste der Inhaber einer Metzgerei in Waldshut Bußgeld bezahlen, weil er sein offen angebotenes deutsches Frischgeflügel interessierten Kunden als Geflügel aus Freilandhaltung verkaufte.
Noch ein Wort zur „Schwarzwälder Weidemilch“:
Den betreffenden Kühen wird in der Vegetationsperiode Weidegang ermöglicht. Leider stehen sie aber während der relativ langen Winterzeit im Hochschwarzwald, wo die Milch erzeugt wird, in der Regel dauernd angebunden imt Stall. Und erfahrungsgemäß sind in Anbindeställen die Haltungsbedingungen oft besonders tierschutzwidrig und schlecht.


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